Donnerstag 28. August

theologische freiheiten im fernsehen

a: naja, es hat ja jeder seinen eigenen gott, soll auch jeder haben, nehm ich keinem weg, ich hab ja auch den meinen
b: aha und welchen gott haben sie?
a: na eh den normalen, der am kreuz hängt

längsstreifen

heute vormittag sind wieder einmal drei generationen frauen meiner familie zusammengetroffen. es ist schwer zu beschreiben, welcher wahnsinn da frei wird.
ich versuche auszugleichen, da schon in den ersten wortmeldungen untertöne hörbar werden, die sich in zeichensprache nur mit augenauskratzbewegungen wiedergeben lassen würden, obwohl todsicher gut gemeint. das ist aber ziemlich schnell überwunden, wenn man die themen körperliche gebrechen oder meine ausbildung aufs parkett bringt. zu allem überfluss hatte meine mama kürzlich geburtstag und das geschenk war noch ausständig. was zum anziehen. "das ist was besonderes, das hat auch die verkäuferin gesagt, die kennt man ja, die war vorher bei xy und hat jetzt ihr eigenes geschäft, eine sehr nette person, auch menschlich, und die hat gemeint, das ist mal was freches" "man braucht auch ein bisschen farbe" "außerdem dehnt sich das, das passt sich einfach an" "probiers doch gleich" "oben herum haben wir ja alle ein bisschen mehr und halt die hüften..." "die längsstreifen machen direkt schlank"
ich freue mich diebisch, weil warum soll immer nur ich neongelbe stretch tops oder andere unfassbarkeiten aufs auge gedrückt bekommen. aber die strafe folgt auf den fuß, weil mir mit breitem lächeln mitgeteilt wird, dass bald wieder die kleiderschränke der ersten und zweiten generation ausgemustert werden und da sicher einiges für mich abfällt. mit dem zusatz, dass meine tante, heute in eine weiße hose mit den schlankmachenden streifen und in ein sich dehnendes gelb rotes blümchentop gekleidet, augenzwinkernd meint, wir hätten ja den gleichen geschmack.

Freitag 22. August

deutschland tour II

ja, schon sehr verspätet, aber das ist halt nicht wie beim fernschauen. ist halt kein wunschkonzert und je früher man das lernt, dass man sich auf nichts verlassen kann, umso besser.

anyway:
wir sind also einen tag in köln beim exilkomparatisten stabongo, mit dem es auch so nett ist, dass ich den mir zugezogenen sonnenstich erst am abend bemerke (wer jetzt sagt, dass sei grundsätzlich so, ist ein gefühlskalter besserwisser). auf jeden fall streunen wir mit ihm in den verschiedenen studios und arbeitsplätzen der khm (kunsthochschule für medien) herum und ich bekomme dann herzklopfen und kann mir gleich alles auf einmal vorstellen, dann bin ich ganz kurz enorm glücklich, bevor die verlustangst mit eisernem griff zupackt und ich panisch werde und das alles obwohl die diplomarbeit des ersten studiums noch nicht mal als idee vorhanden ist und somit eine weitere ausbildung doch noch recht fern. die realistische einschätzung der lage ist eher nicht so meins. später liegen wir dann in einer strandbar am rhein, die komplett in weiß gehalten ist, inklusive weißer himmelbetten, die im weißen sand stehen und den dazugehörigen schönen körpern, die sich in diesem ambiente dermaßen in szene setzen, dass e. meint, man könnte vom fleck weg drei römerquelle-spots drehen. sowas hab ich am echten strand dann nie gesehen.

berlin fühlt sich wie immer ganz großartig an, so viele freunde, ständig was zu tun. wir gehen fett aus und bekommen die vorteile einer eingetragenen partnerschaft schmackhaft gemacht (die verbilligte bahncard nämlich). x. ist sofort begeistert. ich entdecke den 24h bio supermarkt für mich mit seinen erstklassigen bagels, praktischerweise direkt gegenüber vom absackerlokal aus dem wir dann tatsächlich einmal in den morgenstunden vertrieben werden und zur strafe unsere biergläser mitnehmen. x. schaut gottseidank doch einmal in den veranstaltungskalender und entdeckt, dass das grindhouse doublefeature (planet terror und death proof) gezeigt wird und wir finden uns in irgendeiner kleinen halle mit ca 30 anderen filmheinis wieder. die projektion ist unheimlich schlecht, die projektoren stehen im selben raum und lärmen mit unterschiedlicher teilweise bedrohlicher intensität, einmal vergessen sie rechtzeitig zu wechseln und der streifen läuft aus, ein zweites mal reißt der film, die untertitel sind die hälfte der zeit nicht lesbar ... besser kann man es in diesem fall nicht machen.
scientology versucht uns anzuwerben und scheitert an der sprachbarriere.

dann also ostsee. wir entscheiden uns für den darß zu einem guten teil deswegen, weil in dem führer, den wir uns in der buchhandlung aufmerksam durchlesen ohne ihn dann zu kaufen, steht: "lurche kommen dort sehr häufig vor". außerdem war c. grad dort und sagt, es sei in dierhagen schön. wir sind aber eigensinnig und fahren zuerst nach prerow, was etwas weiter nördlich liegt und ein gottverlassenes touri-dreckskaff ist. mit unseren mannshohen rucksäcken wandern wir gute dreieinhalb kilometer zum campingplatz, der sich als klein-mallorca entpuppt. dafür lerne ich ein schönes neues wort oder zumindest eine neue bedeutung: die siebzehnjährige beim einchecken mustert mich von oben bis unten und meint dann herablassend:"textil, ne?". ich weiß nicht, trau mich nicht nachzufragen, und antworte wage mit ja. erst durch die entsprechende kennzeichnung am strand wird mir klar: textil ist das gegenteil von fkk. so eine schöne bezeichnung. ich erlebe es zwar nicht selbst, bekomme aber erzählt, dass es erbitterte grabenkämpfe zwischen den textilen und den fkklern gibt. wenn die strände voll werden, drängen sich die textilen nämlich auf die fkk strände und fkk funktioniert nur dann wirklich, wenn alle gleich nackt sind. jetzt gibt es angeblich sowas wie nacktwächter, die dann patroulieren und eindringende textile auffordern sich sofort auszuziehen. ich weiß ja nicht, ob ich da einfach nur komisch bin, weil ich überhaupt keinen väterlichen schniedel in meiner jugend gesehen habe (nur den von o.'s papa, der ist immer mal wieder durch die wohnung gehuscht) aber das nackte fussballspielen der jeweiligen patriarchen mit dem nachwuchs war nicht nach meinem geschmack. wir campen in den dünen, was sich romantisch anhört, in wahrheit einfach nur heißt, dass der sand schließlich auch noch zwischen deinen zähnen knirscht. x. ist unfassbar tapfer und wir finden dann doch noch ein schönes, menschenleeres plätzchen an dem wir zwei, drei stündchen verbringen und machen einen schönen spaziergang durchs naturschutzgebiet. als wir aber zum campingplatz zurück kehren ist klar, dass hier nicht zu bleiben ist. wir fahren also doch nach dierhagen, wo campingplatz, meer und landschaft tatsächlich schön sind, nur das wetter dann nicht mehr so. wir erleben allerdings noch das traditionelle tonnenabschlagen, bei dem auf pferden reitend mit knüppeln stundenlang auf ein aufgehängtes fass eingedroschen wird, bis dieses ganz zerstört ist und wer den letzten schlag vollbringt wird tonnenkönigIn. ja, das binnen i ist absicht, da sich der verein zum einen teil aus schützenähnlichen mannsbildern, zum anderen aus der wendy-fraktion reitender jungfrauen zusammensetzt. dieses jahr hat allerdings der manfred abgeräumt.
x. hat nicht nur die irrationale haiangst sondern auch die rationale quallenangst überwunden und wir haben uns von den wellen wegspülen lassen, sehr schön.
für wirkliche erholung kann ich die ostsee allerdings nicht empfehlen, dazu ist es viel zu nervig, wenn du den wahnsinn um dich rum dauernd verstehst. andere nationen sind genauso dämlich, nur versteh ich von dem mist nichts und kann brahma-mäßig vor mich hin lächeln, während ich die letzten drei urlaubstage spontan in izola verbringe. das kann ich zur erholung stärker empfehlen, auch als alterswohnsitz.

Sonntag 17. August

x. und a. on deutschland-tour

erste etappe: ruhrpot (das revier, wie es die kumpels nennen)
unterkunft erstklassig, gastfreund ein traum. der erfolgreiche und gutaussehende jung-controller verbringt das wochenende und auch sonst seine ganze freie zeit mit uns und wir bekommen so richtig viel zu sehen. alle städte rund um essen herum nennen sich gemeinsam "metropole ruhr", das wäre zumindest der image-plan, es ist aber tatsächlich so, dass man, wenn man will, ganz locker zwischen essen, duisburg, bochum, oberhausen, düsseldorf, etc. herum hoppen kann und mal da ins open air und dort ins jazzkonzert gehen, was wir ausgiebigst genießen. allerdings will das ein großer teil der bevölkerung ja nun mal eher nicht, weil er eher so am einkommenslimit dahin schrammt. soziale spannung schon eher spürbar. zu diesem thema erleben wir dann auch eine drei personen demo auf der oberhausener hauptstraße , die an sich schon deprimierend genug ist (die straße und die demo auch). ein mann und eine frau lesen abwechselnd hartz4-härtefälle über einen tragbaren lautsprecher vor und ein dritter hält einfach nur ein plakat in die höhe. am tag darauf steht dann die zynische meldung von wegen, wer sich im kommenden winter das heizen nicht leisten kann, soll doch einfach wollpullis tragen in der zeitung. ähnlich gehts einem mit den industriearchitektur-landmarks. der landschaftspark duisburg, die zeche zollverein in essen und der gasometer in oberhausen sind unglaublich eindrucksvolle kulissen, wunderschön und surreal und beherbergen jetzt gallerien, theater, veranstaltungsräume, schwimmbäder, klettergärten, bars und ähnlich schickes. bis in die achtziger waren es aber einfach die heftigsten arbeitsplätze, die man sich so vorstellen kann und anscheinend sind die deutschen pensionskassen auch deshalb noch so voll, weil die vielen industriearbeiter zwar automatisch einzahlten aber ohnehin nicht so alt wurden.
wir bleiben länger als gedacht und der beste gastgeber von allen kommt wegen uns nie vor zwei ins bett.
morgen erzähl ich dann von köln und dann von berlin und dann von der ostsee.

Donnerstag 17. Juli

dirty dancing revisted

ja, das hat sich gelohnt. die anwesenden durchlebten alle emotionen und konnten sich der finalen gänsehaut kaum entziehen.
für mich selber einige moves gemerkt, werde sie demnächst unauffällig einbauen und heimlich mit s. (dem großen lockigen) hebefigur üben! mit s. (der hübschen zierlichen) hat das früher im schwimmbad schon ganz gut geklappt.
im bonusmaterial den regisseur gesehen - ein unfassbarer wicht!!!

Samstag 12. Juli

mädchen

große freude weil c. und s. mal wieder da sind. außerdem i. mal wieder getroffen und geplaudert und fast gar nicht überrascht, als sie verschiedene neue pläne eröffnet, die damit zu tun haben, dass sie eigentlich von beziehungen nichts mehr hält. das gefühl gehabt, dass es ihr recht wäre, wenn ich überraschter ob ihrer verwegenheit wäre.
mit s. dann schwimmen gewesen, wieder an alte zeiten gedacht und was uns vier mädels (n., o., s., und mich) so verbunden hat und eigentlich immer noch da ist, sehr viel gelacht. von wahnsinnigen hillbilly-fettbauch-speedo-grillern verbal aufs übelste attackiert worden, weil falsch geparkt. daraufhin rachephantasien gesponnen.
s. rettet mich vor zwei großen spinnen, ohne dass ich diese überhaupt zu gesicht bekomme, einfach schnell hinter meinem rücken erledigt, wie sie mir dann beim weggehen vom see beichtet. sie hat es mir nicht früher gesagt, damit ich nicht den restlichen tag angst habe. als ich das höre, wallt große liebe für diese selbstlose heldin in mir auf. ich frag sie, ob sie von nun an immer an meiner seite bleiben will und sie sagt ohne mit der wimper zu zucken ja, obwohl ja klar ist, dass nicht.
dann thelma&luise-mäßig über den highway gebraust, immer beim abaschen die asche wieder herein geweht bekommen, dann stau und peinlichkeiten mit dem fahrer auf der nebenspur. sehr schön!
c. ist ganz glücklich auf grund berlins. sagt, dass die stadt was mit dir mache, will wieder zurück. spüre kaum neid, nur freude, dass es ihr dort so gut geht und die frage, ob sie wohl dort bleibt, auf lange sicht.
naja hier leben will eh keiner wirklich und irgendwie könnte man freitag abend billiard und brettspiele spielen schon als armseelig einstufen ... aber.
g. ist zwar kein mädchen, es muss aber mal festgehalten werden, dass wir beim personality in ca 90% der fälle übereinstimmen. auch schön!

Donnerstag 26. Juni

warum wir den lehrenden w. aufrichtig vermissen werden

1. er ist der einzige mir bekannte lv-leiter, der vorträge im halben lotussitz halten kann und trotzdem haltung bewahrt.
2. der mann beweist stilsicherheit und geschmack sowohl in kleidung als auch im sonstigen (kulturindustriellen) konsum
3. all die schönen sprachlichen eigenheiten
4. sein kindlicher ärger, wenn was nicht funktioniert (wir und die hiesigen sind da ja schon vollkommen abgestumpft)
5. die gute javalmille sollte auf jeden fall noch die chance bekommen, ihn zu begutachten, ob er die üblichen kriterien erfüllt.
6. m., s. und ich sind uns eigentlich sicher, dass er gerade beim auftauen war, wenn wir grad noch ein bisschen mehr zeit gehabt hätten, ...

(die studierenden sind hier eingeladen, ihre ganz persönlichen gründe zu ergänzen oder auch nur die ein oder andere anekdote mit uns zu teilen)

Donnerstag 19. Juni

...

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sweded

ok, es war zu erwarten, mein unbestechlicher geschmack so wie all meine expertisen zusammen schreien: be kind rewind ist ein großartiger film! bester satz: "i'm bill murray and you are everyone else." außerdem stillecht nach einer fahrrad-gepächsträger-odysee quer durch die fanzone ("russland. russland!" schreiend zur tarnung und zum besseren durchkommen, weil bei "achtung" weicht doch keine sau mehr aus) fünf minuten zu spät in den bereits dunklen kinosaal schleichen und irgendwann mitten im film bemerken, dass man das lachen der jungen frau hinter einem ganz zweifellos einwandfrei zuordnen kann. sich den rest des films noch zusätzlich darüber freuen, dass man sich an exakt den selben stellen wegschmeißt vor lauter lachen. dann was trinken gehen und sich gegenseitig nochmal die besten szenen nacherzählen.
homepage gefällt auch sehr, ist aber witziger, wenn man den film gesehen hat: http://www.bekindmovie.com/intro.html

Freitag 16. Mai

...

gestern paranoid park
schon ansehen
schafft den scheinbar unmöglichen blick von jugend einzufangen ohne blöd zu sein
und natürlich die bilder, und die musik und überhaupt ganz hübsch

edit
so

limevalley + boombaye

mit Vitamin C + A

grad gesagt

danke fürs spreaden!
danke fürs spreaden!
assotsiationsklimbim - 2. Jun, 21:08
schwer zu entscheiden,...
schwer zu entscheiden, ob frühlingshölle (s.u.) oder...
assotsiationsklimbim - 13. Apr, 21:00
du wärst also mal schnell...
du wärst also mal schnell extra wegen knödel nach berlin...
limevalley - 23. Feb, 15:09
hm:( ich bin auch ein...
hm:( ich bin auch ein auslandstiroler. mir sagt niemand...
philosophil - 22. Feb, 17:34
limonentörtchen gibts...
limonentörtchen gibts ganz bestimmt
limevalley - 7. Feb, 11:44

nach(t)tisch


Barbara Markovic
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